... zu Ende, sorry. - Danke fürs wohlwollende Mitlesen!
11.11.2013
09.04.2013
Neckarsteig - Folge dem Fluss. Finde dich selbst.
Vortrag am Mittwoch, 10. April 19:30 - ca. 21:00 Uhr
Auf dem im Jahr 2012 eröffneten Qualitätswanderweg „Neckarsteig“ können Sie einen abwechslungsreichen Landstrich mit einer Vielzahl kultureller Schätze und eindrucksvollen landschaftsgeschichtlichen Spuren durchwandern. Der bilderreiche Abendvortrag ermöglicht Ausblicke und Einblicke zwischen Heidelberg und Bad Wimpfen und erläutert auf - hoffentlich anschauliche Weise - die Hintergründe.
Im geologischen und naturräumlichen Fokus geht es um die spannende Flussgeschichte des Neckars, die Mäander und Umlaufberge, und um das Reich der regionalen Gesteine, beispielsweise um den „Neckartäler Hartsandstein“ oder den Muschelkalk, der etwa ab dem Schreckberg wahrgenommen werden kann und schließlich den Naturraum Neckarland, der sich südlich des Mosbacher Raums an den Odenwald anschließt, landschaftlich dominiert. Das kulturhistorische Spektrum des Vortrags umfasst die erstaunliche Burgenvielfalt mit ihrer vor allem stauferzeitlichen "Vita" sowie die atmosphärischen Altstädte und Dörfer an den Ufern des Flusses. Schließlich wird das ein oder andere Augenmerk auf die Schifffahrtsgeschichte und auf die Hochwasserereignisse vergangener Jahrhunderte gelegt – und auch die Dichter kommen zu Wort, denn der Neckar durchströmte von jeher die Federn der reisenden Poeten ebenso wie den heimischen Volksmund der Sagen.
Referent: Michael Hahl M.A., Geograph
Location: Volkshochschule Eberbach
vhs-Haus Eberbach, Großer Saal
Bussemerstr. 2a
Kosten: 6 Euro Abendkasse
Keine Anmeldung erforderlich
Location: Volkshochschule Eberbach
vhs-Haus Eberbach, Großer Saal
Bussemerstr. 2a
Kosten: 6 Euro Abendkasse
Keine Anmeldung erforderlich
Im geologischen und naturräumlichen Fokus geht es um die spannende Flussgeschichte des Neckars, die Mäander und Umlaufberge, und um das Reich der regionalen Gesteine, beispielsweise um den „Neckartäler Hartsandstein“ oder den Muschelkalk, der etwa ab dem Schreckberg wahrgenommen werden kann und schließlich den Naturraum Neckarland, der sich südlich des Mosbacher Raums an den Odenwald anschließt, landschaftlich dominiert. Das kulturhistorische Spektrum des Vortrags umfasst die erstaunliche Burgenvielfalt mit ihrer vor allem stauferzeitlichen "Vita" sowie die atmosphärischen Altstädte und Dörfer an den Ufern des Flusses. Schließlich wird das ein oder andere Augenmerk auf die Schifffahrtsgeschichte und auf die Hochwasserereignisse vergangener Jahrhunderte gelegt – und auch die Dichter kommen zu Wort, denn der Neckar durchströmte von jeher die Federn der reisenden Poeten ebenso wie den heimischen Volksmund der Sagen.
Der Vortrag will zudem ein wenig wanderplanerisches Hintergrundwissen zum "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" vermitteln. Wann und wie kam die neue Lust am Wandern zu einem professionellen wandertouristischen Qualitätsmanagement? Was sind "Premiumwege", was sind "Qualitätswege"? Welche Studien, welche Wanderforschung, welches Marketing und "Ranking" flankiert die neuen deutschen Wandermarken? Und wo findet in alledem der "Neckarsteig" seinen Platz?
Background: Der Neckarsteig wurde unter Federführung des Naturparks Neckartal-Odenwald und der Touristikgemeinschaft Odenwald, in Kooperation mit den anderen regionalen Tourismusverbänden, nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Mein Projektbüro proreg erarbeitete hierfür bereits 2008/2009 eine 80-seitige Projektstudie, in der u.a. zusammen mit Timo Bracht, dem geistigen Schöpfer und Ideengeber des Neckarsteigs, ein erster Streckenentwurf als Planungsgrundlage zusammengestellt wurde. Markierung und weitere Dienstleistungen erfolgten durch den Odenwaldklub in enger Kooperation mit dem Naturpark und der TGO. Schließlich wurden von mir die Texte für Imagebroschüre und Webauftritt verfasst, die Fotos steuerte Andreas Held dazu bei.
Background: Der Neckarsteig wurde unter Federführung des Naturparks Neckartal-Odenwald und der Touristikgemeinschaft Odenwald, in Kooperation mit den anderen regionalen Tourismusverbänden, nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Mein Projektbüro proreg erarbeitete hierfür bereits 2008/2009 eine 80-seitige Projektstudie, in der u.a. zusammen mit Timo Bracht, dem geistigen Schöpfer und Ideengeber des Neckarsteigs, ein erster Streckenentwurf als Planungsgrundlage zusammengestellt wurde. Markierung und weitere Dienstleistungen erfolgten durch den Odenwaldklub in enger Kooperation mit dem Naturpark und der TGO. Schließlich wurden von mir die Texte für Imagebroschüre und Webauftritt verfasst, die Fotos steuerte Andreas Held dazu bei.
15.02.2013
Wege der Zukunft?
Mit meinem Projektbüro proreg biete ich Kommunen und Regionen ein kompetentes Umsetzungsmanagement an der Schnittstelle zwischen Wandertourismus und Regionalentwicklung. Dieser Artikel beschreibt einen innovativen Blickwinkel, mit dem große regionale Wanderwege für konsequent nachhaltige regionale Kreisläufe gestärkt und neue sozioökonomische Muster in Gang gebracht werden können. (Sie finden den Beitrag auch unter "Regionalentwicklung" auf der Website www.proreg.de .)
Genossenschaftlich oder als Gemeingut organisierte Wanderwege - Instrumentarium zukunftsfähiger Regionalwirtschaft
"... Wo die Wanderung zum Produkt, der Weg zur Marke umdefiniert wird, wird die Landschaft mit ihrem jeweiligen Charakter und ihrer Eigenart zur austauschbaren Kulisse. Und du als Wanderer wirst zum bloßen Kunden degradiert. Auf dem "Trendmarkt Wandern" zählt nur noch deine Kaufkraft. ..." So formuliert Ulrich Grober, Autor des Bestsellers "Vom Wandern", seinen Blickwinkel in einem Vortrag im Sommer 2012. Nicht ohne eine denkwürdige Alternative für das "Marketing" zertifizierter Wanderwege anzubieten, das sich in einer Nische jenseits des rein ökonomisch ausgerichteten Marktes bewegen könnte: "... Heute diskutiert man weltweit über die Rückkehr der "commons", der Gemeingüter. Ist nicht ein Weg ein klassisches, das klassische Gemeingut?"
Am 1. Wandersymposium der Lüneburger Heide, das im Juni 2012 zur Eröffnung des Heidschnuckenwegs von Hamburg nach Celle stattfand, konnte ich zwar nicht teilnehmen, doch freundlicherweise ließ mir Ulrich die öffentliche Rede zukommen, um mir seinen innovativen Gedanken vorzustellen. - Grober ist ein Visionär und einmal mehr, wie so oft in seinen Publikationen und Büchern, die neben dem Wandern geradezu eine Gesamtschau ökologischer Lebensstile thematisieren, regt er zu neuen Perspektiven an. Seine Überlegung, einen zertifizierten Weg als Gemeingut zu entwickeln, mag auf den ersten Blick auf Unverständnis treffen, auf den zweiten aber zeigt sie eine mögliche, eine denk- und realisierbare Formatierung auf.
Von Ulrich Grobers Fokussierung angeregt, habe ich mir im letzten Jahr die groben Konturen der Idee, einen Wanderweg als "common" zu konzipieren, einmal näher betrachtet und konzeptionelle Überlegungen dazu angestellt, die ich mir auch für den Neckarsteig zwischen Wimpfen und Heidelberg - zu dieser Zeit noch auf der Suche nach einer Organisationsform - gut hätte vorstellen können. Generell stellt sich für unsere zertifizierten Wanderwege, insbesondere die großen "Regionalwege" ja mehr und mehr die Frage, wie sie sich auf dem immer ausgetreteneren, teils auch durch planerische Unsensibilität überfüllten deutschen Wandermarkt positionieren lassen und wie man ihre Qualitätsentwicklung dauerhaft koordinieren könnte; nicht selten fehlt das Bewusstsein und oft schlichtweg der Etat für Wegemanagement und Marketing. Schon aus diesem Blickwinkel heraus könnte eine neue Form von Trägerschaft den ein oder anderen Regionalweg in eine neue Zielrichtung lenken.
Meine Vision, ein Scenario: Eine große zertifizierte Regionalroute wird als Gemeingut oder ein eng daran angelehntes Format entwickelt und von einer breiten Bürgerschaft sowie engagierten regionalen Unternehmern getragen. Die Idee der "commons" hat viele Überschneidungen zu bürgergenossenschaftlichen Organisationsformen, die sich - wenngleich bislang erst selten praktiziert - auch als starke Alternativen im Tourismus und Marketing erweisen, gerade durch ihre Orientierung zur Gemeinschaftlichkeit und Solidarität, die sich im Rahmen der Stadt- und Regionalentwicklung mit ihren kommunalen oder regionalen Wirtschaftskreisläufen sehr gut umsetzen lässt. Folglich bietet sich die Überlegung an, einen großen Regionalweg - nennen wir diesen hier einmal "Regio-Steig" - als Projekt einer eingetragenen Genossenschaft (eG) aufzubauen.
Ein regionaler Zertifikatsweg kann, bürgergenossenschaftlich oder gemeingutwirtschaftlich entwickelt werden, um erstens realisierbare Optionen für Qualitätsentwicklung, Wegemanagement und Vermarktung anzubieten, zweitens um das Produkt durch eine solidarische Zuständigkeits- und Leistungsgemeinschaft zu stärken, drittens um dieses Produkt, den Weg also, optimal als Instrumentarium für regionale Wirtschaftskreisläufe nutzen zu können, wobei nicht der Wachstumsgedanke überbetont, sondern ökonomische Stabilität und gesellschaftliché Lebensqualität als zukunftsfähige Ziele definiert werden.
16.01.2013
Vulkanexkursion auf dem "Katzensteig"
Im Jahr 2012 wurde im südlichen Odenwald der so genannte "Katzensteig" eingerichtet und im Gelände markiert. Es handelt sich um eine 26 km lange Wanderroute, die von Eberbach über Waldbrunn bis Neckargerach führt. Der Wanderweg, der im Frühjahr 2013 offiziell vorgestellt wird, soll den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes entsprechen. Highlight der Strecke ist der 626 m ü. NN hohe Katzenbuckel, der höchste Berg des Odenwaldes mit spektakulärer vulkanischer Vergangenheit.
Als Zweitagesroute, mit Übernachtung in Waldbrunn, eignet sich der "Katzensteig" gut, aber auch als Tagestour, aufgrund immenser Steigungen - mit 500 Meter Höhenunterschied zwischen Neckartal und Hoher Odenwald - dann eher für geübte Ausdauerwanderer. Man kann in Eberbach oder in Neckargerach starten. Da beide Neckartalkommunen an die S-Bahn angeschlossen sind, ist die Wanderung zum jeweiligen Ausgangspunkt problemlos auch ohne Pkw organisierbar.
Wer eine Wanderung am "Katzensteig" mit einer Geoexkursion am Katzenbuckel verknüpfen will, kann sich hierfür schon heute die folgenden Termine anstreichen: Jeweils sonntags zwischen 10 und 12 Uhr finden am 21.04., am 09.06. und am 28.07.2013 Führungen mit dem Geowissenschaftler Michael Hahl im Auftag der Gemeinde Waldbrunn statt. Auf einer Strecke von 1,5 km können Sie bei mehreren Kurzvorträgen die erdgeschichtlichen Geheimnisse des Vulkanrelikts entdecken: Steinbrüche, Gipfelfelsen und viele aufschlussreiche Spuren im Gestein.
Weitere Infos und Kosten erfahren Sie bei der Tourist Information Waldbrunn sowie in den Terminkalendern auf www.waldbrunn-odenwald.de und www.proreg.de. Ab Spätsommer gibt es weitere Exkursionstermine. Wandergruppen können die Führung auch individuell buchen.
Als Zweitagesroute, mit Übernachtung in Waldbrunn, eignet sich der "Katzensteig" gut, aber auch als Tagestour, aufgrund immenser Steigungen - mit 500 Meter Höhenunterschied zwischen Neckartal und Hoher Odenwald - dann eher für geübte Ausdauerwanderer. Man kann in Eberbach oder in Neckargerach starten. Da beide Neckartalkommunen an die S-Bahn angeschlossen sind, ist die Wanderung zum jeweiligen Ausgangspunkt problemlos auch ohne Pkw organisierbar.
Wer eine Wanderung am "Katzensteig" mit einer Geoexkursion am Katzenbuckel verknüpfen will, kann sich hierfür schon heute die folgenden Termine anstreichen: Jeweils sonntags zwischen 10 und 12 Uhr finden am 21.04., am 09.06. und am 28.07.2013 Führungen mit dem Geowissenschaftler Michael Hahl im Auftag der Gemeinde Waldbrunn statt. Auf einer Strecke von 1,5 km können Sie bei mehreren Kurzvorträgen die erdgeschichtlichen Geheimnisse des Vulkanrelikts entdecken: Steinbrüche, Gipfelfelsen und viele aufschlussreiche Spuren im Gestein.
Weitere Infos und Kosten erfahren Sie bei der Tourist Information Waldbrunn sowie in den Terminkalendern auf www.waldbrunn-odenwald.de und www.proreg.de. Ab Spätsommer gibt es weitere Exkursionstermine. Wandergruppen können die Führung auch individuell buchen.
14.01.2013
Wandern im Süden
Eine neue Broschüre der Tourismus Marketing Baden-Württemberg zeigt eine Auswahl der schönsten Wanderrouten im Land. Darin werden einige der als Premium- oder Qualitätswege zertifizierten Tagestouren und Mehrtagesstrecken vorgestellt, zu denen natürlich auch der Neckarsteig zwischen Heidelberg und Bad Wimpfen gehört. Höhenprofile, Piktogramme und Routenbeschreibungen machen die Broschüre, die derzeit auf der Stuttgarter CMT präsentiert wird, zu einem attraktiven Guide, um sich einen Überblick zu den Wanderhighlights Baden-Württembergs zu verschaffen. (Foto: Pressebereich der TMBW-Homepage)
08.01.2013
Wandertourismus im Norden Baden-Württembergs
Zukünftig überregionale Vermarktung
Taufrisch ist die Kooperationsvereinbarung, welche die sieben Tourismusgemeinschaften im Norden Baden-Württembergs gestern unterzeichneten. Neue Marketingpläne sollen zukünftig nicht allein die Wanderangebote, sondern auch das Radfahren und die Themenschwerpunkte Wein und Kultur überregional kommunizieren und ein gemeinsames Werbebudget generieren.
Mit der Tourismuskooperation Nördliches Baden-Württemberg stehen nun neben den hiesigen Tourismusgemeinschaften "Odenwald" (TGO) und "Kurpfalz" auch die Verbände "Heilbronner Land", "Hohenlohe", "Hohenlohe-Schwäbisch Hall", "Liebliches Taubertal" und "Kraichgau-Stromberg" gemeinsam am Start.
Taufrisch ist die Kooperationsvereinbarung, welche die sieben Tourismusgemeinschaften im Norden Baden-Württembergs gestern unterzeichneten. Neue Marketingpläne sollen zukünftig nicht allein die Wanderangebote, sondern auch das Radfahren und die Themenschwerpunkte Wein und Kultur überregional kommunizieren und ein gemeinsames Werbebudget generieren.
Mit der Tourismuskooperation Nördliches Baden-Württemberg stehen nun neben den hiesigen Tourismusgemeinschaften "Odenwald" (TGO) und "Kurpfalz" auch die Verbände "Heilbronner Land", "Hohenlohe", "Hohenlohe-Schwäbisch Hall", "Liebliches Taubertal" und "Kraichgau-Stromberg" gemeinsam am Start.
11.12.2012
"Qualitätsnetzwerk Wanderkompetenz"
Wanderplanung zwischen Wegesystem und Markenbildung
(Entwurf)
i
Der Ausgangspunkt der Wanderweg-Zertifizierung liegt in den empirischen Gästebefragungen, die in den 1990er Jahren vorgenommen und ausgewertet wurden, sowie in der Idee, zeitgemäße und professionelle Qualitätsentwicklung in die Wanderplanung einzubringen. Erstmals hielt eine spezielle Wander- und Trendforschung Einzug in den Wandertourismus. Diese Entwicklungen sind eng mit dem Namen Rainer Brämer verbunden. Deutscher Wanderverband und Deutsches Wanderinstitut waren und sind die Instanzen, die diesen Weg Schritt für Schritt weitergingen.
Seit den 90ern ist viel passiert. Etliche zertifizierte Wege sind entstanden; zunächst die Mehrtagesstrecken, die dazu dienen können, eine ganze Region zu vermarkten und als Destination attraktiver zu machen. Dann hob sich der Trend zu Eintagestouren (mit etwa 8 bis 15 Kilometer) wiederum aus der Matrix der großen Steige hervor und "Traumschleifen", "Extratouren" oder anderweitig benamte zertfizierte Tagesrundwege ergänzten das Bild. Durchaus ohne die zuvor errungenen Entwicklungen aufzuweichen: die großen Wandermarken im Mehrtagesformat behielten ihre imagekommunikative Regionalbedeutung bei.
Ein gewisses Risiko für die Markenbildung ergab und ergibt sich durch die Masse allzu vieler neuer Steige; gegen die Aufweichung der Gütezeichen wirkte und wirkt wiederum ein Ranking im interregionalen Wettbewerb, das sich vor dem Hintergrund professioneller Qualitätsentwicklung, sicherlich auch stark vom Marketing beeinflusst, herausbildete.
Eine der aktuelleren Entwicklungen ist der Vorstoß zur wandertouristischen "Qualitätsregion", die man als neue "Innenverdichtung" begreifen könnte: es geht darum, den Wanderwegebestand in der Fläche (wieder und weiter) zu optimieren. Dabei muss sicherlich nicht jeder verbesserte Wegeabschnitt ein gesondertes Zertifikat erhalten, zumal Exklusivität ja durch Quantität ad absurdum geführt wird.
ii
Wenn man sich die Entwicklung auf dem Wandermarkt anschaut, kann man heute zwei Entwicklungen beobachten, die nach wie vor dabei sind, sich miteinander zu arrangieren: Einerseits sieht man die Zertifizierung vieler neuer (langer und kurzer) Wege, andererseits müssen gerade die Wandervereine, aber im Grunde genommen auch die regionalen Touristiker, bemüht sein, eine verstehbare, in sich logische und abgestimmte Struktur des Wegenetzes zu gewährleisten:
Neue Wegetypen wollen in ein flexibles infrastrukturelles System eingebunden sein, ohne dass die Markenbildung besonderer Prädikatswege dadurch ausgebremst würde. Auch ein gewisser interkommunaler Wettbewerb - also zwischen Gemeinden, die sich bei der Ausweisung von qualitativ hochwertigen Wegen hervortun - kann die Gesamtentwicklung einer Wanderregion stärken und sollte durch allzu strikt vorgegebene Richtlinien nicht zwangsläufig unterbunden, aber möglichst fachlich begleitet werden. - Vereinheitlichung versus Markenbildung: eine Gratwanderung.
iii
Wagen wir ein Brainstorming: Ein denkbarer Ausweg aus der skizzierten Ambivalenz wäre darin zu finden, erstens das gesamte Wegenetz in der Fläche qualitativ zu optimieren, zweitens eine Hierarchie der Wegequalität zuzulassen und Markenbildung durchaus zu fördern, drittens diese Kombination in eine flexible, sowohl horizontale (flächenhafte) wie vertikale (hierarchische) Struktur zu bringen.
Interessante Ansätze findet man hierzu beispielsweise in einem 2012 erschienenen Positionspapier des Schwarzwaldvereins: http://schwarzwaldverein.de/cms_upload/files/_wege/positionspapier_wege_120612.pdf
Doch bei dem erforderlichen Klassifizierungs- und Lenkungsprozess wird noch eine weitere Kraft, der freie Markt der Kommunen und der Touristiker nämlich, immer wieder Dynamik ins Spiel bringen, neue Herausforderungen schaffen. Und, nicht zu vergessen, auch die Trends entwickeln sich weiter, die Rahmenbedingungen wandeln sich, die Karten werden aufs Neue gemischt. Man muss sich auf dem mittlerweile schnelllebigen Wandermarkt mit einer flexiblen Zielausrichtung arrangieren, mit einem "dynamischen Gleichgewicht", das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal innovative Veränderungen mit sich bringen wird.
iv
Was man daher gut brauchen könnte, ist eine vernetzte regionale Plattform unterschiedlicher Handlungs- und Entscheidungsträger, die auf - nicht zu starre - einheitliche Strukturen achtet und dabei Wanderforschung und Trends unmittelbar im Auge behält. Die Wandervereine können hier nach wie vor viel leisten, allerdings sind unter den heutigen Bedingungen einer individualisierten Wissensgesellschaft - und hier muss die Perspektive des oben genannten Positionspapiers durchaus noch erweitert werden - auch vereinsfreie Wanderkompetenz, unternehmerische Professionalität, interaktives Customer Relationship Management sowie Tourismusmarketing und Trendforschung in ein regulierendes Netzwerk einzubeziehen.
Also ein "Qualitätsnetzwerk Wanderkompetenz": eine regionale Kommission aus Experten, Interessierten und Interessenvertretern, die ihre Vorstellungen, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen in "Wander-Workshops" und anderen partizipatorischen Foren abwägen, empirisch abgleichen und in maßgebliche Leitbilder einordnen kann. Neue Strukturen der Wanderwege benötigen neue Organisationsformen in der Wanderplanung. Lockere Communities ersetzen zu eng gewordene Vereinsbindungen. Dynamische Entwicklungen brauchen moderierte Kommunikation. Vielfalt braucht Rundumblick.
Die Vision: Auf der Gratwanderung zwischen Vereinheitlichung und Markenbildung, zwischen traditionellen Strukturen und innovativer Dynamik, bahnt ein interaktives "Qualitätsnetzwerk Wanderkompetenz" den Weg zum regionalen Wandermarkt 2.0.
(Entwurf)
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Der Ausgangspunkt der Wanderweg-Zertifizierung liegt in den empirischen Gästebefragungen, die in den 1990er Jahren vorgenommen und ausgewertet wurden, sowie in der Idee, zeitgemäße und professionelle Qualitätsentwicklung in die Wanderplanung einzubringen. Erstmals hielt eine spezielle Wander- und Trendforschung Einzug in den Wandertourismus. Diese Entwicklungen sind eng mit dem Namen Rainer Brämer verbunden. Deutscher Wanderverband und Deutsches Wanderinstitut waren und sind die Instanzen, die diesen Weg Schritt für Schritt weitergingen.
Seit den 90ern ist viel passiert. Etliche zertifizierte Wege sind entstanden; zunächst die Mehrtagesstrecken, die dazu dienen können, eine ganze Region zu vermarkten und als Destination attraktiver zu machen. Dann hob sich der Trend zu Eintagestouren (mit etwa 8 bis 15 Kilometer) wiederum aus der Matrix der großen Steige hervor und "Traumschleifen", "Extratouren" oder anderweitig benamte zertfizierte Tagesrundwege ergänzten das Bild. Durchaus ohne die zuvor errungenen Entwicklungen aufzuweichen: die großen Wandermarken im Mehrtagesformat behielten ihre imagekommunikative Regionalbedeutung bei.
Ein gewisses Risiko für die Markenbildung ergab und ergibt sich durch die Masse allzu vieler neuer Steige; gegen die Aufweichung der Gütezeichen wirkte und wirkt wiederum ein Ranking im interregionalen Wettbewerb, das sich vor dem Hintergrund professioneller Qualitätsentwicklung, sicherlich auch stark vom Marketing beeinflusst, herausbildete.
Eine der aktuelleren Entwicklungen ist der Vorstoß zur wandertouristischen "Qualitätsregion", die man als neue "Innenverdichtung" begreifen könnte: es geht darum, den Wanderwegebestand in der Fläche (wieder und weiter) zu optimieren. Dabei muss sicherlich nicht jeder verbesserte Wegeabschnitt ein gesondertes Zertifikat erhalten, zumal Exklusivität ja durch Quantität ad absurdum geführt wird.
ii
Wenn man sich die Entwicklung auf dem Wandermarkt anschaut, kann man heute zwei Entwicklungen beobachten, die nach wie vor dabei sind, sich miteinander zu arrangieren: Einerseits sieht man die Zertifizierung vieler neuer (langer und kurzer) Wege, andererseits müssen gerade die Wandervereine, aber im Grunde genommen auch die regionalen Touristiker, bemüht sein, eine verstehbare, in sich logische und abgestimmte Struktur des Wegenetzes zu gewährleisten:
Neue Wegetypen wollen in ein flexibles infrastrukturelles System eingebunden sein, ohne dass die Markenbildung besonderer Prädikatswege dadurch ausgebremst würde. Auch ein gewisser interkommunaler Wettbewerb - also zwischen Gemeinden, die sich bei der Ausweisung von qualitativ hochwertigen Wegen hervortun - kann die Gesamtentwicklung einer Wanderregion stärken und sollte durch allzu strikt vorgegebene Richtlinien nicht zwangsläufig unterbunden, aber möglichst fachlich begleitet werden. - Vereinheitlichung versus Markenbildung: eine Gratwanderung.
iii
Wagen wir ein Brainstorming: Ein denkbarer Ausweg aus der skizzierten Ambivalenz wäre darin zu finden, erstens das gesamte Wegenetz in der Fläche qualitativ zu optimieren, zweitens eine Hierarchie der Wegequalität zuzulassen und Markenbildung durchaus zu fördern, drittens diese Kombination in eine flexible, sowohl horizontale (flächenhafte) wie vertikale (hierarchische) Struktur zu bringen.
Interessante Ansätze findet man hierzu beispielsweise in einem 2012 erschienenen Positionspapier des Schwarzwaldvereins: http://schwarzwaldverein.de/cms_upload/files/_wege/positionspapier_wege_120612.pdf
Doch bei dem erforderlichen Klassifizierungs- und Lenkungsprozess wird noch eine weitere Kraft, der freie Markt der Kommunen und der Touristiker nämlich, immer wieder Dynamik ins Spiel bringen, neue Herausforderungen schaffen. Und, nicht zu vergessen, auch die Trends entwickeln sich weiter, die Rahmenbedingungen wandeln sich, die Karten werden aufs Neue gemischt. Man muss sich auf dem mittlerweile schnelllebigen Wandermarkt mit einer flexiblen Zielausrichtung arrangieren, mit einem "dynamischen Gleichgewicht", das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal innovative Veränderungen mit sich bringen wird.
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Was man daher gut brauchen könnte, ist eine vernetzte regionale Plattform unterschiedlicher Handlungs- und Entscheidungsträger, die auf - nicht zu starre - einheitliche Strukturen achtet und dabei Wanderforschung und Trends unmittelbar im Auge behält. Die Wandervereine können hier nach wie vor viel leisten, allerdings sind unter den heutigen Bedingungen einer individualisierten Wissensgesellschaft - und hier muss die Perspektive des oben genannten Positionspapiers durchaus noch erweitert werden - auch vereinsfreie Wanderkompetenz, unternehmerische Professionalität, interaktives Customer Relationship Management sowie Tourismusmarketing und Trendforschung in ein regulierendes Netzwerk einzubeziehen.
Also ein "Qualitätsnetzwerk Wanderkompetenz": eine regionale Kommission aus Experten, Interessierten und Interessenvertretern, die ihre Vorstellungen, ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen in "Wander-Workshops" und anderen partizipatorischen Foren abwägen, empirisch abgleichen und in maßgebliche Leitbilder einordnen kann. Neue Strukturen der Wanderwege benötigen neue Organisationsformen in der Wanderplanung. Lockere Communities ersetzen zu eng gewordene Vereinsbindungen. Dynamische Entwicklungen brauchen moderierte Kommunikation. Vielfalt braucht Rundumblick.
Die Vision: Auf der Gratwanderung zwischen Vereinheitlichung und Markenbildung, zwischen traditionellen Strukturen und innovativer Dynamik, bahnt ein interaktives "Qualitätsnetzwerk Wanderkompetenz" den Weg zum regionalen Wandermarkt 2.0.
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